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Melanotaenia lacustris
 


Melanotaenia lacustris - Lake Kutubu-Regenbogenfisch

Ein Steckbrief von Viktor Kopp

Allgemeines:

Diese, zur Gruppe der Regenbogenfische gehörende Art wurde 1955 in Papua Neuguinea von T. Turrel gesammelt und 1964 von Ian Munro, einem australischen Ichtyologen, wissenschaftlich beschrieben. In die Aquaristik wurde diese Art erst sehr spät, nämlich Ende der Achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts, von Dr. Gerald Allen und Heiko Bleher eingeführt. Das Verbreitungsgebiet dieser Art ist sehr eng begrenzt. Es beschränkt sich auf den Lake Kutubu und Soro River, dem einzigen Abfluss dieses Sees.

Regenbogenfische sind sekundäre Süßwasserfische, d.h., sie haben sich aus Salzwasserfischen, die (gezwungenermaßen) mit Süßwasser vorlieb mussten, entwickelt. Erkenntlich ist dies am einfachsten an ihren 2 Rückenflossen, die eigentlich für Meeresfische typisch sind. Ihre nächsten Verwandten, die Meeräschen, sind auch im Meer beheimatet.

Bilder von Viktor Kopp
Die verschiedenen Regenbogenfischarten entstanden erst vor relativ kurzer Zeit, teilweise ist die Artbildung noch gar nicht abgeschlossen. Daher besteht wegen der nahen Verwandtschaft immer die Gefahr, dass sich die Arten untereinander kreuzen. Die Nachkommen solcher Kreuzungen sind zum Teil auch selbst fortpflanzungsfähig. Da die meisten Arten sehr laichfreudig sind und auch im Hälterungsbecken Jungtiere aufwachsen können, sollte, wenn möglich, immer nur eine Art pro Aquarium gehalten werden.

Natürliche Bedingungen:

Im Lake Kutubu herrschen Temperaturen von 21-25°C und pH-Werte von 8,5 bis 9. Die Wasserhärte liegt bei 10° dGH. Die Umgebung, in der M. lacustris gefunden wird, ist mit Wasserpflanzen bewachsen oder von untergetauchten Bäumen und Buschwerk, dazwischen auch Felsen dominiert. In diesen stark gegliederten Habitaten kommt M. lacustris in großen Schwärmen vor.

Männchen in goldgrüner Färbung mit 2 Weibchen

Haltung:

Als Schwarmfisch fühlt sich M. lacustris erst in Gruppen ab 7 bis 8 Tieren wirklich wohl. Er kann zwar bis zu 12 cm groß werden, bleibt aber meistens kleiner, etwa 9-10 cm. Die Männchen werden im Alter recht hochrückig, eine Körperhöhe von über 5 cm ist möglich. Als Vielschwimmer braucht er Becken mit mind. 100 cm Breite, besser mehr. Die Becken sollten viel Schwimmraum bieten, eine Bepflanzung des Hintergrundes mit hochwachsenden Pflanzen und des Bodens mit niedrigem Bewuchs ist ratsam. Er schätzt auch eine Deckung nach oben durch Schwimmpflanzen oder auf der Wasseroberfläche flutenden Blättern. Bezüglich der Wasserwerte ist er nicht sehr anspruchsvoll. Solange das Wasser einen pH-Wert über 7 hat und nicht zu weich ist, macht er keine Probleme. Nur bei höheren Temperaturen ist er etwas empfindlich. Seine Lebensspanne verringert sich dann zusehends und er neigt zu Geschwürbildungen. Es sollte auch eine merkbare Strömung im Aquarium vorhanden sein.

Die Tiere lieben frisches Wasser, ein wöchentlicher Wasserwechsel von mind. 30% ist sicher nicht zuwenig.

M. lacustris hält sich hauptsächlich in der Mitte des Aquariums auf. Futter wird gerne von der Wasseroberfläche aufgenommen, am Grund liegendes Futter ist nur in Ausnahmefällen von Interesse. Er ist ein Allesfresser, der auch Pflanzennahrung (zB Wasserlinsen) nicht verschmäht. Besonders beliebt ist Anflugnahrung (jede Art von Insekten, die ins Maul passen, als da wären Drosophila, Mikroheimchen, Ameisen, Stubenfliegen, Spinnen, etc.)

Wie die Bilder zeigen, ist die Färbung sehr variabel. Die Fische können innerhalb von Sekundenbruchteilen ihre Farbe von tiefblau in goldgrün ändern. Die Färbung ist von den verschiedensten Parametern abhängig, wie Futter, Wasserwerte, Erregung, etc.

Beim Ablaichen
Während der Balz und bei Kämpfen zeigen die Tiere einen breiten goldgelben Strich, der von der Oberlippe über die Nase und die Stirn bis zum Ansatz der ersten Rückenflosse reicht. Insbesondere bei Männchen ist dieses Merkmal intensiv ausgeprägt. Die Weibchen sind insgesamt blasser gefärbt und haben eine kürzer ausgezogene zweite Rücken- und Afterflosse.

Wie bei allen Regenbogenfischen ist die Farbe nur zum geringen Teil auf in die Haut eingelagerte Pigmente zurückzuführen, sondern ergibt sich aus der Reflexion des Lichtes auf den Schuppen. Durch geringe Veränderung der Lichteinstrahlung oder der Schuppenstellung kann sich somit die Farbe des Fisches schnell und stark ändern. Aus diesem Grund sollte die Beleuchtung möglichst von vorne oben oder leicht seitlich oben erfolgen. Nur so zeigen sich die Fische im vollen Glanz.

Vermehrung

M. lacustris ist ein Dauerlaicher, der keine besonderen Vorkehrungen für die Zucht braucht. Die Tiere laichen willig auch im Hälterungsbecken, wobei sie Pflanzenbüschel knapp über dem Boden bevorzugen. Sehr förderlich für die Laichstimmung ist frisches Wasser. Die bevorzugte Zeit ist der frühe Morgen, wenn dann noch ein paar Sonnenstrahlen ins Aquarium fallen, werden sie täglich laichen. Man kann den Tieren Wollmobs, Javamoosbüschel oder auf Steine gebundenes Ricchia als Ablaichsubstrate anbieten. Nach einigen Tagen überführt man diese dann in das Schlupf- und Aufzuchtbecken, wo nach etwa 1 Woche die winzigen Jungen schlüpfen.

Männchen mit gelber Balznase
Männchen in tiefblau

Anfangs fressen sie nur Infusorien und allerfeinstes Trockenfutter, nehmen aber bald auch Artemianauplien an. Man sollte möglichst bald viele verschiedene Futtersorten reichen, da sie, ausschließlich mit Artemia aufgezogen, später erst mühsam an andere Futtersorten gewöhnt werden müssen, was durchaus zu Ausfällen führen kann. Die Jungen sind anfangs empfindlich gegenüber einer Änderung der Wasserwerte, die regelmäßigen Teilwasserwechsel sollten recht häufig erfolgen, aber nicht mehr als etwa 10% ausmachen.

Die Tiere beginnen sich, für Regenbogenfische sehr früh, im Alter von etwa 6 Monaten zu färben, sind aber erst mit 14-16 Monaten wirklich ausgewachsen und voll ausgefärbt.

Letzte Änderung: 31.08.2003 10:48  
 



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