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Vollständige Version anzeigen : Neues Aquarium - Vorbereitungen


Rebel
16.11.2003, 01:32
von :clutys
Verfasst am: Mi 08.Jan 2003 15:09

Hallo zusammen,

Die wichtigste Vorbereitung beginnt mit der Frage, was für Wasser kommt aus meiner Hausleitung.
Kann ich das Wasser so wie es aus der Leitung kommt verwenden oder muss ich mit speziellen Filtern das Wasser aufbereiten?
Die Wasserwerte kann man bei der Gemeinde erfragen, dabei bekommt man eine genaue Wasseranalyse.
Die wichtigsten Werte sind:
Der Karbonath (KH),
der Gehalt aller gelösten Erdalkaliionen im Wasser (GH),
der PH,
der Nitrat/Nitrit Gehalt,
Chlor und Phosphat.
Die Angaben über KH/GH entscheiden darüber ob man Weichwasserfische (unter GH4) oder Hartwasserfische (GH über 10) pflegen kann.
Hat man erst mal diese Werte ermittelt, muss mittels Literatur, Internet, Aquarienvereine, der passende Fischbesatz ausgewählt werden.
Es empfiehlt sich hier, so wenig wie möglich Kompromisse einzugehen.
Also Weichwasserfische wirklich nur in weichem Wasser zu halten, die Fische danken es durch leuchtende Farben, langer und gesunder Lebensdauer.
Auch muss unbedingt auf die sozialen Ansprüche der Fische eingegangen werden, manche Fische lassen sich nicht so ohne weiteres mit anderen Arten vergesellschaften.
Daher ist es schonmal von Vorteil, wenn die Fische aus der selben Ecke der Welt kommen.
Auch ist es sehr wichtig das die Endgrösse der Fische beachtet werden.
Es stimmt nämlich nur bedingt das sich die Fische mit der Grösse ans Aquarium anpassen.
Ebenso ist darauf zu achten das man beim Pflegen von bodenorientierten Fischen kein scharfkantiger Kies verwendet wird,
oder man nimmt als Bodengrund Sand, da hat man das Problem nicht.
Was ich auch nicht so mag ist der Ausdruck:
Anfänger Fische,
es gibt keine Anfänger Fische, genauso wenig wie es Anfänger Katzen gibt.
Es gibt leichter zu pflegende Fische, und solche die höhere Anforderungen an die Pflege stellen.
Hat man nun mittels Wasserwerte die Fische ausgewählt, muss man sich über die Größe des Aquariums Gedanken machen.
Grundsätzlich ist ein größeres Aquarium einfacher zu pflegen als ein kleines.
Das hat den einfachen Grund weil das Wasservolumen größer ist und somit Pflegefehler besser ausgleicht als ein kleines Aquarium mit vergleichsweise geringerem Wasservolumen. Für Neueinsteiger ist es sowieso besser, wenn das Aquarium gross ist. Es ist auch von Vorteil, wenn man immer etwa 20cm über der empfohlenen Beckengröße bleibt.
Die diversen Komplett Set's sind nur bedingt zu empfehlen. Das Hauptmanko dieser Set's ist die falsche Leuchtstoffröhre und dem zu kleinen Innenfilter.
Um ein prächtiges Pflanzenwachstum zu erzeugen sollte die vorhandene Röhre gegen eine Aquarienröhre getauscht werden.Eigene Anmerkung: Lumilux ist auch geeignet
Beim Innenfilter sollte man versuchen den eine oder zwei Nummern grösseren zu kaufen.
Oft lassen die Händler mit sich reden und man kann gegen einen kleinen Aufpreis den Filter wechseln.
Hat man nun das Becken, geht es an die Technik.
Es braucht, eine Heizung, einen Filter und wenn man Wert auf schöne Pflanzen legt, eine CO2 Anlage (kann man auch mittels Hefegärung selber Basteln). Diese Technik reicht in der Regel.
Weiter kommen dazu, Aquarienkies oder Sand, Dekorationsgegenstände wie, Wurzeln und Steine.
Bei den Steinen muss man aufpassen, dass sie nicht kalkhaltig sind und so auf das Wasser einen Einfluss haben. Weiter geht es mit den Pflanzen, am Anfang sollte man darauf schauen das man schnell wachsende und einfach zu pflegende Pflanzen einsetzt.
Die Pflanzen helfen das Aquarium zu stabilisieren.
Später, wenn alles eingefahren ist, kann man die Pflanzen durch Arten ersetzten die einem besonders gefallen. Je mehr Pflanzen im Aquarium sind desto besser ist es für das gesamte Beckenmilieu.
Man kann das Aquarium also richtig zupflanzen.
Ist jetzt alles eingerichtet, Wasser, Pflanzen, Dekorationsmaterial, kommt das Einfahren.
Um die Wasserwerte zu verfolgen braucht es noch einige
Wassertest's,
einen Nitrit (vorallem am Anfang sehr wichtig),
PH,
GH,
KH Test.
Nitrit ist für Fische sehr giftig, darum muss man diesen Wert mittels eines Testes im Auge behalten.
Bewährt haben sich die Flüssig(Tropfen)tests,
von Stäbchentests sollte man Abstand nehmen, die Einteilung ist oft sehr grob und daher ist es relativ schwer den richtigen Wert abzulesen.
Es ist unbedingt darauf zu achten, dass das Aquarium MINDESTENS 5 Wochen ohne Fische einfährt.
Diese Zahl sollte nur als Richtwert dienen. Bevor man Fische einsetzt muss der Nitritgehalt gemessen werden, der Test MUSS Null anzeigen.
Die Literatur empfiehlt 2 Wochen, das ist aber in den allermeisten Fällen zu kurz.
Man kann die Einfahrtszeit auch verkürzen in dem man Filtermaterial aus einem gut eingefahrenen Becken im neuen Aquarium auswäscht. Das gibt zwar am Anfang ne Riesensauerei, aber der Vorteil ist, das man gleich zu Beginn die aufs Aquarienleben angepasste Bakterien einbringt und somit einen herrvoragenden Biostarter hat.
Wichtig ist auch das in dieser Zeit der Filter in Ruhe gelassen wird.
Die Literatur empfiehlt 2 Wochen, das ist aber in den allermeisten fällen zu wenig.
Meistens ergibt sich in der zweiten Woche ein massiver
Nitritanstieg, weil sich die ganzen Mikroorganismen zuerst einspielen müssen.
Das bedeutet, das sich auf der einen Seite (Nitritbildner) ein
Überschuss im Vergleich zu den Nitritabbauern ergibt.
Später sind die beiden im Gleichgewicht.
Das bedeutet, in dem Moment wo Nitrit gebildet wird, wird es durch andere Bakterien zu dem harmloseren Nitrat abgebaut. Nach der obligatorischen Einfahrzeit, kann mit dem langsamen Besetzen der Fische begonnen werden.
Auch hier ist darauf zu achten, dass nicht alle Fische auf einmal eingesetzt werden.
Sonst kann sich das Becken nicht auf die wachsende Belastung anpassen und unter Umständen sterben schon nach einigen Tagen ein Teil der Fische.
Algenfresser sollten auch nicht zu früh eingesetzt werden, es ist normal das sich in den ersten Wochen vermehrt Algen bilden. Man kann diese leicht absaugen oder auf ein Stäbchen zwirbeln.
Nach dem Einsetzten sollte am besten ein Tag in der Woche für die Beckenpflege reserviert werden.
Das heißt, Pflanzen schneiden, Wasserwechseln (mind. ein Drittel)
Filterreinigung sollte nur erfolgen wenn der Wasserdurchlass sich erheblich vermindert. Aber auch dann, nur vorsichtig mit lauwarmen wasser ausspülen(Anmerkung : besser in dem Wechsel-Aquawasser ausdrücken)
und nie alle Filtermaterialien auf einmal wechseln!
Schnecken und Algen sollten toleriert werden, sie sind nämlich gute Indikatoren die anzeigen ob mit dem Becken was im Argen liegt.
Nie sollte man irgendwelche Mittel zur Bekämpfung ins Aquarium geben, denn meistens liegen bei einer Schnecken oder Algenexplosion Pflegefehler vor. Das kann bedeuten, dass man zuviel füttert oder das Wasser nicht regelmäßig wechselt.
Niemals sind Schnecken oder Algen Schuld, wenn das Aquarium nicht so läuft wie man es gerne hätte.